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| 1. Einleitung Am 19. Oktober 2004 wurde "Erinnerungskulturen im Cyberspace"
im Rahmen einer Buch-Präsentation gemeinsam mit dem Institut
für Geschichte der Universität Graz und dem Das Ziel von "Erinnerungskulturen im Cyberspace", das 2004 in der Reihe e-Culture des trafo Verlag Berlin erschienen ist und 2003 an der Universität Graz als Dissertation eingereicht wurde, ist eine kulturwissenschaftliche Analyse von österreichischen Websites. Als Grundparadigma der Arbeit wird angenommen, dass es sich bei einer Site im Internet genauso um einen Gedächtnisort handelt, wie im (scheinbar) "materiellen " Raum (Gedenkstätten, Museen, Archive und so weiter). Von diesem Paradigma ausgehend, wurden zwei Hypothesen entwickelt und überprüft: Symmetrie oder Autodetermination? Die "Autodeterminations-These" ist die erste der beiden Hypothesen: Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich im Rahmen der Besonderheiten des Internet, eigenständige Formen der Erinnerungskulturen entwickelt haben und noch weiter entwickeln werden. Die so bezeichneten Besonderheiten sind beispielsweise die Hypertextualität/Konnektivität, Individualität, Mulitmedialität bei der Darstellung, der verhältnismäßig geringe technische und finanzielle Aufwand bei der Veröffentlichung, die globale Partizipationsmöglichkeiten. Im speziellen Kontext des Cyberspace, der gepraegt ist von einer sehr raschen Weiterentwicklung, von permanentem Auftauchen und Verschwinden von Inhalten und von einer hohen Partizipationsmöglichkeit, entwickeln sich unabhängig vom materiellen Raum neue Muster, Strukturen und Darstellungsformen bei der Erinnerung/Erzählung von Geschichte und bei der Konstitution von historischen Identitäten. Eine weitere sehr wichtige Eigenheit ist das Ausschalten von bisher wirksamen öffentlichen Filtern (Medien, Verlage, Behörden, Politik, Kirche, usw.) die autodeterminatorische Tendenzen unterstützt. Der "Autodeterminations-These" steht die "Symmetrie-These" gegenüber. Deren Grundaussage ist, dass der Cyberspace eigentlich nur eine Spiegelung des scheinbar "materiellen" Raumes ist. Im Internet zeichnen sich bereits seit längerer Zeit die im realen Raum existierenden Entwicklungen ab - wie zum Beispiel die Globalisierung, die Kommunikationsbeschleunigung und das Informationswachstum. Die oben genannten Eigenheiten des Internet wirken (noch) nicht so stark, dass sich eigenständige Muster herausbilden könnten. Das Hybride! In der Studie wird herausgearbeitet, dass sich die in diesen beiden Hypothesen geäußerten Extrempositionen in einem theoretischen und praktischen Dillemma befinden: Es treffen beide zu und es sind beide falsch! Aus diesem Grund wird der Hybridbegriff zur Charakterisierung von Strukturen und Mustern der Erinnerungskulturen herangezogen. Wenn die Symmetrie- und Autodeterminations-These mit der Kategorie des Hybriden verknüpft werden, kann eine der Situation entsprechende Beschreibung der Erinnerung(skulturen) im Cyberspace vorgenommen werden. Dabei wirkt die "Logik des Sowohl-als-auch" - wie Irmela Schneider dieses zentrale Element der Diskurse des Hybriden bezeichnet: Sowohl traditionelle Muster und Darstellungsformen, als auch erst hier ermöglichte, werden im speziellen Kontext des Cyberspace zu etwas Neuem. Dieses Neue integriert Muster des Traditionellen und des Cyberspace. |
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