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Rezensionen von digitalen Publikationen


DÖW - Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Das „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ (DÖW) gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten zeithistorischen und gesellschaftspolitischen Einrichtungen in Österreich. Es wurde 1963 von ehemaligen WiderstandskämpferInnen und von WissenschafterInnen gegründet; seit 1983 wird das DÖW von der Republik Österreich, der Stadt Wien und dem Verein Dokumentationsarchiv getragen. Der Arbeitsschwerpunkt wird auf die Erforschung des Nationalsozialismus und seiner Folgen gelegt. Das DÖW sieht sich aber nicht nur als wissenschaftliche und dokumentarische Institution, sondern auch als Mahnerin gegen rechtsextremistische und neonazistische Tendenzen. So werden wissenschaftliche Projekte zur Erforschung nationalsozialistischer Themen durchgeführt, ein breites Informations- und Serviceangebot für Jugendliche und die Öffentlichkeit im Allgemeinen bereitgestellt. Eröffnet wird www.doew.at mit der Seite „Aktuell“, wo über momentane Termine, Veröffentlichungen, Ausstellungen sowie über die „Mitteilungen“ (Zeitschrift des DÖW) berichtet wird.

Ganz in dem oben beschriebenen Sinn der Institution präsentiert sich die Website auch als Mischung aus Repräsentativsite, onlineFachinformation und thematischer Website: Sie repräsentiert das DÖW, seine Arbeit (Projekte), seine Ziele und MitarbeiterInnen; gleichzeitig wird aber auch eine Vielzahl von (wissenschaftlichen) Serviceangeboten ermöglicht, wie der Zugriff auf eine Auswahl aus der Bilddatenbank zu Holocaust-Opfern, einer Auswahl aus den Beständen der Flugblattsammlung, einer Aufstellung der Publikationen des Hauses und eine äußerst umfangreiche Linksammlung; Informationen zu einzelnen Themen runden die Website inhaltlich sehr stark in folgenden Bereichen ab: Widerstand und Verfolgung, Holocaust, NS-Medizinverbrechen, Nachkriegsjustiz, Exil, Umgang mit der NS-Vergangenheit, Antisemitismus.

Beim Durchklicken der Website eröffnet die Vielzahl von zur Verfügung stehenden Informationen aber einige Tücken: So existieren mit Ausnahme des Hauptmenüs im linken Frame keine weitere Orientierungs- oder Navigationsmöglichkeiten. Sehr schnell kann bei längerem Verweilen auf einer der inhaltsstarken Seiten, der Überblick verloren gehen. So besteht nur noch die Möglichkeit sich Seite für Seite zurück zu bewegen, oder gleich den Ausgangspunkt im Menüframe wieder anzuwählen. Eine Verbesserung der Sitenavigation und Orientierung wäre hier von Vorteil. Ähnlich wie bei anderen Websites, die eine so große Anzahl von auf einzelnen Pages verteilten Daten sammeln, wäre auch für die DÖW-Site eine interne Suchefunktion sinnvoll. Dies wäre für UserInnen, die konkrete Fragen haben, sehr hilfreich. Selbstverständlich ist für ein solches Service ein erhöhter Programmier- und Arbeitsaufwand für die gesamte Redaktion notwendig.

Die Texte selbst sind nach allen Regeln der wissenschaftlichen Kunst verfaßt. Vorbildlich werden hypertextuelle Fußnoten zum Nachweis verwendet, Details genannt und gut bebildert. Bei der Aufbereitung der Texte bleiben die Webverantwortlichen jedoch sehr stark der traditionellen Darstellung mit Text und Bild verhaftet. Zu wenig werden zusätzliche Visualisierungsmöglichkeiten (Grafiken, Tabellen, Skizzen, Mindmaps usw.) zur Veranschaulichung angewendet. So könnten mit Hilfe von aktiven Karten komplexe Sachverhalten (wie Organisationsstrukturen oder strukturelle Fragestellungen) sehr gut abstrahiert werden. Die hypertextuellen Querverbindungen innerhalb der Seiten werden jedoch hervorragend ausgenutzt.

Kritisch möchte ich jedoch anmerken, daß der Nachweis der Site sich auf die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben im Impressum reduziert. Zusätzliche Angaben zum Webdesign oder dem Copyright der einzelnen Bilder – Gilt das Copyright, das im Impressum erhoben wird, für alle verwendeten Bilder? – bleiben ausgespart. Genauso wird auf den einzelnen Pages das Update nicht verzeichnet, weshalb die Frage der Aktualität der Informationen offen bleiben muß.

Trotz dieser kritischen Anmerkungen gehört die Site des DÖW zu einer der wichtigsten Informationsmedien zum Thema Nationalsozialismus, Holocaust und Rechtsextremismus im Internet. Die SitebetreiberInnen arbeiten inhaltlich höchst präzise und erfüllen damit eine besonders wichtige Rolle.

Die Website des DÖW wurde auch rezensiert von Anton Legerer auf H-Soz-u-Kult.

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Bewertungskriterien
Die Rezensionen orientieren sich massgeblich am Analyse-Raster, wie er in "Erinnerungskulturen im Cyberspace" verwendet wurde. Selbstverständlich wird dieser Raster permanent aktualisiert und angepasst.
Einige Punkte daraus sind:

  • Usability: Benuterfreundliche Sitenavigation und -struktur, ästhetische Fragestellungen, Ausnutzung von Hypertextualität und Multimedialität.
  • Inhalt: Ausgewogenheit, Fundierung, Nachvollziehbarkeit, Differenziertheit, Korrektheit.
  • Analyse: Identitäts- und erinnerungsrelevante Aspekte von Geschichte.

In unrelgemäßigen Abständen werden Rezensionen an dieser Stelle erscheinen. Nach Erstveröffentlichung sind sie als pdf-Dateien download- und einsehbar.

Weitere Rezensionen:
Shoa.de, für: H-Soz-u-Kult (H-Net), Clio-online, 2003.

PDF-Dateien bisher an dieser Stelle veröffentlichter Rezensionen:

 

 



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Update: 10.05.2006