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Persepolis Tragischer Humor, Traurigkeit, iranische Zeitgeschichte und eine Homage
an die Familie - mit diesen Schlagworten kann man den Comic-Film von Marjane
Satrapi und Vincent Paronnaud umschreiben. Der Film beruht auf dem autobiografischen Comic von Marjane Satrapi. Sie erzählt darin ihre eigene Geschichte vor dem Hintergrund der iranischen Zeitgeschichte: 1969 geboren erlebte sie als neunjähriges Kind die iranische Revolution 1978/79 und den Aufbau eines "islamischen" Staates, der die gesamte Gesellschaft durchdringt. Die Luftangriffe und die Kämpfe im irakisch-iranischen Krieg 1980-88 (Erster Golfkrieg). Ihre Flucht alleine nach Wien und ihre Rückkehr in den Iran. Später flieht sie neuerlich nach Europa, diesmal nach Paris. Nur allzudeutlich wird die Dramatik der Flucht und des Zerrissensein zwischen der "alten" Heimat und der "neuen" Heimat im Exilland dargestellt. Einzige Klammer bleibt die Familie und die alten Freunde, doch auch diese wurden fremd. In unkonventionellen Bildern, mit subtilem Humor aber auch viel Traurigkeit wird die Geschichte erzählt, deutlich ist die Handschrift von Vincent Paronnaud zu erkennen. Ein Leerstück für gutes, politisches Kino.
Henker Was passiert, wenn sechs europäische Länder mit 12 Institutionen (allen voran Österreich), einem verhältnismäßig jungen Schauspieler- und Staff-Team einen Historien-Schinken á la Hollywood auf die Leinwand bringen wollen? Es komm so etwas wie ein Hänger heraus ... Die Produzenten von "Henker" glaubten offensichtlich, nur möglichst
viele Klischees bedienen zu müssen, und die Leute werden schon ins
Kino kommen: Der Henker ist der katastrophal fehlgeschlagene Versuch einen Mittelalter-Streifen für das breite Publikum zu machen. Ambitioniert klingt zwar der Einleitungssatz, in dem ein Bezug zur Gegenwart hergestellt wird und vor religiösem und politischem Fanatismus gewarnt wird. Doch bereits bei der ersten Schnittfolge und den ersten Dialogen wird klar: Ab jetzt geht´s bergab! Und leider bestätigt sich dieser Eindruck von Filmminute zu Filmminute. Wenn das der österreichische bzw. europäische Film wäre, dann würde es wirklich schlecht um ihn stehen. Wer wirklich guten österreichischen Film sehen will, sollte zur Diagonale blicken. Dort werden Filme gezeigt, die mit viel geringeren Budgets, weniger klingenden Namen (wie Steven Berkoff als Inquisitor und Patrick Godfrey als Bertram) aber einem x-fachen an Kreativität und Professionalität produziert werden. Auch Maria Hofstätter (hier als "dumme" Hinterwäldlerin Maria zu sehen) hat man in der Diagonale schon in besseren Filmen gesehen (Hundstage, Gelbe Kirschen).
21 Gramm Seit Amores Perros ist klar, dass von Alejandro Gonzales Inarritu noch
einiges zu erwarten ist: Mit 21 Gramm hat er bewiesen, dass der Jubel
nach dem Hunde-Drama-Thrill nicht übertrieben war. Der Stoff alleine würde schon ausreichen, um so manch anderen Film in Bezug auf Quantität und Qualität in die Schranken zu weisen; Inarritu wartet aber auch noch mit einer gut gewählten Besetzung auf: Sean Penn, Benicio Del Toro, Naomi Watts und Charlotte Glainsbourg. Sie wagen sich bei ihrer Darstellung weit hinaus, ohne dabei unglaubwürdig zu werden. Zweifelsohne ein lohnenswerter Kinobesuch!
Kill Bill: Vol. 1 Gut, dass es noch positive Überraschungen gibt! Bei Filmen und deren
ProponentInnen, die stark "gehypt" werden, besteht ja häufig
die Gefahr, dass ihnen der Boden unter den Füßen verloren geht
- den Filmen und den ProponentInnen. Bis jetzt ist dies bei Quentin Tarantino
(noch) nicht passiert, wie Kill Bill (dargestellt von Uma Thurman) vor
Augen führt. Fraglich ist jedoch die von Tarantino geprägte "neue" Ästhetik der Gewalt. Auch wenn er hier zweifelsohne provoziert, stellt sich die Frage, wie sexy und/oder cool Gewalt dargestellt werden soll/kann!? Selbstverständlich drängt sich hier die Gegenfrage auf: Was ist besser, ästhetisierte Gewalt in einem Film (Fiction), oder scheinbar klinisch saubere Gewalt auf den TV-Bildschirmen in den Nachrichten (Realität)? Verstehen wirklich alle KinobesucherInnen diese von Tarantino provozierte Auseinandersetzung in dem von ihm beabsichtigten Sinn? Kill Bill: Vol. 1 ist trotzdem empfehlens- und sehenswert. Nachdem der zweite Teil - wird im Laufe des Jahres 2004 in die Kinos kommen - ja schon fertig ist, ist davon auch eine positive qualitative Stringenz zu erwarten. Die typischen Tarantino-Brüchen werden da nicht ausbleiben ...
The Straight Story David Lynchs Rasenmäher-Epos über das Altern ist zwar nicht
der neueste Film (1999), jedoch erfuhren seine Filme im Oktober 2003 beim
David-Lynch-Festival im Rahmen des Steirischen Herbstes besondere Beobachtung.
Dabei wurden nahezu alle Kurz- und Langfilme eines der wohl spannendsten
US-Regisseure der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt. The Straight Story ist auch ein nachdenklicher Film über das Verzeihen, Erinnern und über Schicksale. Bei aller Melancholie zeigt Lynch ohne verklärend zu sein Kleinigkeiten, die individuell schön sein können. Ein zweifelsohne positiver Film!
The Matrix reloadet Da wurde in letzter Zeit ja viel Tamtam gemacht: Keanu Reeves absolvierte seinen Hollywood-Star-Auftritt in Cannes; im Netz ritterten - trotz Leibesvisitationen, Security und Geheimnistuerei - die ersten "miesen" Versionen des Films um die Gunst der Internet-Comunity; und die Wachowski-Brüder entzogen sich weiterhin aus mysthischen Gründen jedem Interview ... Nachdem uns die ersten Folgen von Animatrix bereits auf den zweiten Teil
der - nachträglich (?) entstandenen - Trilogie Gusto machen sollten,
waren die Erwartungen sehr hoch. Mindestens so groß wie die Ernüchterung
nach der ersten Stunde des Films: Nix ist´s geworden mit einem fulminanten
zweiten Teil; enstanden ist ein stupider Action-Film. Eines blieb noch am Ende des Films übrig: Nämlich die Frage, ob Neo (Keanu Reeves) mit einem sooooo langen Mantel wirklich alle Gesetze der Schwerkraft ausserhalb der Matrix misshandeln und ob er damit auch über Wasser schreiten kann?
Geständnisse - confessions of a dangerous mind
Thema ist Chuck Barries: Er war eine amerikanische TV-Ikone und gleichzeitig CIA-Agent. Die Legende - oder doch Realitaet!? - um den legendären Showmaster wird hervorragend von Sam Rockwell gespielt. Clooney ließ es sich nicht nehmen, neben der Regie auch noch den mysteriösen CIA-Kontaktmann zu spielen. Daneben sind auch noch einige andere Sternchen mit von der Partie: Drew Barrymore und Julia Roberts konkurrenzieren sich als Liebhaberinnen von Chuck Barries. Fazit: George, brav ... weiter so! |
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